Brief des Pfarrers - Juli '26

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde und Mitglieder unserer Kirchengemeinde!
 
Am Montagabend ist die deutsche Mannschaft bereits zum dritten Mal in Folge leider viel zu früh bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden. Entsprechend deutlich fielen die Kommentare aus: In „Marca“ in Spanien war zu lesen: „Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal mehr im Elfmeterschießen.“ Die Bildzeitung kommentierte: „Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) zeigt über weite Strecken eine absolute Nicht-Leistung. Langsam. Langweilig. Lethargisch.“ Bastian Schweinsteiger wollte das Ausscheiden des DFB-Teams nicht an dem zu Unrecht nicht gegebenen Tor von Jonathan Tah festmachen und resümierte: "Wir hatten 120 Minuten Zeit, uns klare Chancen herauszuspielen - aber das haben wir nicht geschafft".
 
Es bleibt die Einsicht: Seit zehn Jahren gehören „wir“ offensichtlich nicht mehr zu den 16 besten Fußball-Mannschaften der Welt. Das ist bitter für einen viermaligen Weltmeister! Aber was soll man jammern, wenn es tatsächlich so ist? Gehört es nicht auch zu den wesentlichen Aufgaben im Leben, sich selber realistisch einzuschätzen? In der Schule oder im Konfi-Unterricht ist mir diese Botschaft immer besonders wichtig: Ich muss nicht der Beste sein. Ich muss nicht alles können. Ich darf meine Grenzen akzeptieren. Aber dennoch bin ich wichtig an dem Platz, an den mich Gott gestellt hat. Dennoch bin ich von ihm geliebt – auch wenn ich nicht Weltklasse bin!
 
Ich weiß: Eine WM lebt nun mal vom Wettkampf. Und die heiß begehrte Trophäe kann am Ende nur einer gewinnen. So ist das nun mal im Sport. Das macht ja auch seinen Reiz aus. Deshalb werden die 80 Millionen Fußballexperten in Deutschland in den kommenden Tagen wieder eine Menge Ratschläge haben, wie man es das nächste Mal anders mache könnte. Aber zum Glück ist es im Leben anders: An dem Platz, an den mich Gott gestellt hat, bin ich der Beste und der Wichtigste auf der Welt!  Auch wenn andere manches besser können als ich, aber die sind nun mal nicht hier... -
 
Gerade haben wir einen sehr anregenden Open-Air-Gottesdienst auf der Wiese bei der Friedenskirche gefeiert: Christen sind nicht „verrückt“, wenn sie sich nicht an ihren „Feinden“ rächen. Denn die Geschichte zeigt: Wer seinen "Feind" mit Wohltaten verblüfft, erreicht oft viel mehr, als wenn er nur blindwütig zurückschlägt. Ein Zitronenbonbon sollte die Besucher daran erinnern: „Wenn dir das Leben sauer begegnet, versuche nicht bitter zu werden!“
 
Am nächsten Sonntag geht es um die Kunst des richtigen Genießens: Eine Sendung im Deutschlandfunk hat mich auf diese Idee gebracht. Besonders das Alte Testament ist ausgesprochen genussfreundlich: Wenn Gott uns eine so wunderbare Welt geschenkt hat, dürfen wir seine Gaben auch in vollen Zügen genießen. Allerdings sollten wir das nicht auf Kosten anderer tun (wie zur Zeit der Propheten immer wieder geschehen). Und es werden in der Bibel auch Zeiten des bewussten Verzichtes empfohlen, damit das Essen am Ende nicht zum Ersatzgott wird. Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst mit dem Kirchenchor!
 
Der Höhepunkt unserer Gemeinde im Juli ist natürlich das Annafest: Schon jetzt allen Helferinnen und Helfern ein großes und dickes Dankeschön für ihren Einsatz! Der Eröffnungsgottesdienst am Freitag wird vom ökumenischen Arbeitskreis gestaltet; der Festgottesdienst auf dem Marktplatz von den beiden Pfarrern. Aber auch beim Kunsthandwerkermarkt werden fleißige Hände gesucht!
 
Die Termine unserer Gemeindegruppen entnehmen Sie bitte der Übersicht in der Anlage. Im Seniorenkreis freuen wir uns auf die Begegnung mit dem neuen Bürgermeister Dr. Benjamin Bröcker am 2. Juli. Wir werden mit ihm darüber sprechen, welche Ideen er speziell für die ältere Generation in seinem neuen Amt mitbringt.
 
Im Juli werden wir zum ersten Mal mit den Konfirmanden des neuen Jahrgangs (2026/27) zum Konfi-Camp des EC nach Sulz am Eck fahren (bei Herrenberg). Das hat seinen Grund auch darin, dass die Konfirmanden aus Betberg-Seefelden seit Jahren am Konfi-Camp teilnehmen und es im neuen Konfi-Jahrgang eine gemeinsame Gruppe von Staufen und Betberg geben wird: Solange die Pfarrstelle in Betberg-Seefelden vakant ist, werden wir in Staufen-Münstertal die Jugendlichen aus Betberg-Seefelden mitbetreuen. Das wird manche Änderung mit sich bringen, aber auch neue Möglichkeiten. Wir freuen uns auf die neue Herausforderung!
 
Eine Übersicht über alle Gottesdienste und die Termine unserer Gemeindegruppen finden Sie über den folgenden Link: 
 
Seien Sie herzlich gegrüßt,

Theo Breisacher

 
Kurzan(ge)dacht
Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald

Hier geht's zur Homepage unseres Kirchenbezirks: