Leidverse - Leitverse
Hiob steckt mitten im Leid. Alles ist zerbrochen: Gesundheit, Besitz, Familie. Und dann kommt Zofar – einer seiner Freunde – mit harten Worten. Er meint, Hiob müsse Schuld haben...
Überraschende Einsichten teilt Lars Klauke mit uns.
Der Weg aus der Tiefe – "hören, vertrauen, aufbrechen“
Vor ein paar Wochen waren wir wieder einmal bei den Straßburger Diakonissen auf dem Hohrodberg. Vor 48 Jahren gingen sie an einem ganz besonderen Ort das Wagnis eines Zentrums und der Gemeinschaft ein. Und von Anfang an mit dabei: Schwester Lina. Mit ihren inzwischen 95 Jahren zwar körperlich nicht mehr die fitteste, aber geistig (und geistlich) noch sehr klar im Kopf. Da überraschte es nur bedingt, dass sie beim Abendlob die Andacht hielt. Und diese Auslegung von Hiob Kapitel 11 hat mich so angesprochen, dass ich mir danach Stichworte aufgeschrieben und diese nun zu einer Andacht für den Newsletter unserer Kirchengemeinde verarbeitet habe. Und in den nun folgenden 5 Punkten steckt auch ganz viel davon, wie die Schwestern auf dem Hohrodberg leben.
Vor ein paar Wochen waren wir wieder einmal bei den Straßburger Diakonissen auf dem Hohrodberg. Vor 48 Jahren gingen sie an einem ganz besonderen Ort das Wagnis eines Zentrums und der Gemeinschaft ein. Und von Anfang an mit dabei: Schwester Lina. Mit ihren inzwischen 95 Jahren zwar körperlich nicht mehr die fitteste, aber geistig (und geistlich) noch sehr klar im Kopf. Da überraschte es nur bedingt, dass sie beim Abendlob die Andacht hielt. Und diese Auslegung von Hiob Kapitel 11 hat mich so angesprochen, dass ich mir danach Stichworte aufgeschrieben und diese nun zu einer Andacht für den Newsletter unserer Kirchengemeinde verarbeitet habe. Und in den nun folgenden 5 Punkten steckt auch ganz viel davon, wie die Schwestern auf dem Hohrodberg leben.
Bibeltext: Hiob 11 (Rede von Zofar)
Hiob steckt mitten im Leid. Alles ist zerbrochen: Gesundheit, Besitz, Familie. Und dann kommt Zofar – einer seiner Freunde – mit harten Worten. Er meint, Hiob müsse Schuld haben. Doch zwischen den Zeilen dieses Kapitels steckt trotzdem eine Spur, die uns heute leiten kann.
1. Zuhören
Hiob hört sich die Worte seiner Freunde an – auch wenn sie schmerzen. Zuhören heißt nicht, alles gut zu finden. Zuhören heißt, offen zu bleiben. Gott spricht manchmal durch Menschen, manchmal durch Situationen – und manchmal sogar durch unbequeme Stimmen.
2. Gehorchen
Zofar fordert Hiob auf: „Wenn du dein Herz bereitest und deine Hände zu Gott ausstreckst…“ (Hiob 11,13)
Gehorsam beginnt im Herzen. Es geht nicht um blinden Aktionismus, sondern um eine bewusste Entscheidung: Ich richte mich neu auf Gott aus. Und: Ich lasse los, was mich von ihm trennt.
3. Selbstbewusst nach vorne sehen
Zofar sagt: „Dann wirst du dein Angesicht erheben ohne Makel…“ (Hiob 11,15)
Das ist stark: Trotz Schuld, trotz Zweifel, trotz Leid – darfst du wieder aufrecht stehen. Nicht weil du perfekt bist. Sondern weil Gott dich aufrichtet. Dein Wert kommt nicht aus deiner Situation, sondern aus Gottes Zusage.
4. Mut zum Aufbruch
„Bald schon wird all dein Leid vergessen sein…“ (Hiob 11,16)
Das bedeutet nicht, dass Schmerz einfach verschwindet. Aber: Du musst nicht darin stecken bleiben. Glaube heißt: Einen Schritt gehen, obwohl du noch nicht alles verstehst. Aufbrechen, obwohl es Angst macht.
5. Vertrauen
Am Ende steht die Hoffnung: „Du wirst sicher sein, weil Hoffnung da ist…“ (Hiob 11,18) Vertrauen ist kein Gefühl – es ist eine Entscheidung: Ich halte mich an Gott fest. Auch wenn ich ihn gerade nicht verstehe.
Hiob selbst wird später erkennen: Gott ist größer als alle Antworten.
Im Buch Hiob wird uns nicht perfekte Theologie aufgezeigt – aber ein Weg:
Zuhören → Gehorchen → Aufrecht stehen → Aufbrechen → Vertrauen
Das ist kein leichter Weg. Weder für uns heute als auch 48 Jahre lang für die Schwestern auf dem Hohrodberg.
Aber es ist ein Weg, der uns aus der Dunkelheit ins Licht führt. Immer wenn ich bei den Schwestern bin dann fühle ich mich Gott ein Stück näher. Zwischen Himmel und Erde sozusagen, wie es in einem Lied von Albert Frey heißt (und was wir an dem Wochenende öfters gesungen haben).
Lars Klauke





