Brief des Pfarrers - Mai '26
In seinen Gedanken zum Monatsbeginn nimmt Pfarrer Breisacher noch einmal Bezug auf den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee. Die Energie der selbsternannten Wal-Retter stimmt ihn durchaus positiv, allerdings nur zum Teil...
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde und Mitglieder unserer Kirchengemeinde!
Ich muss noch einmal – wie bereits im Gottesdienst am 19. April – auf die Rettung des Buckelwals in der Ostsee zurückkommen: Ich sehe das ganze Projekt zwar immer noch kritisch, aber mindestens drei Dinge hat uns die Wal-Rettung gezeigt:
1) Sage keiner, dass „wir“ Deutschen nicht zu Mitgefühl und Empathie fähig seien. Immer wieder wird in den Medien berichtet, dass Helfer vor Freude in Tränen ausgebrochen seien, wenn wieder ein Schritt gelungen sei. Dann stimmt es offenbar doch nicht, dass unsere Gesellschaft immer kälter werde.
2) Es gibt immer noch Menschen, die bereits sind, viel Geld zu spenden, um eine wohltätige Aktion zu unterstützen. Das ist nichts Neues, aber wert, daran zu erinnern: Auch in der gegenwärtigen Krisenzeit gibt es viele Menschen mit ordentlich Geld auf dem Konto. Die Kunst dürfte darin liegen, sie für ein bestimmtes Projekt zu begeistern, wo die Spende gut angelegt ist.
3) Und es gibt offenbar immer noch Menschen, die nicht nur Geld spenden, sondern die sich tagelang eine Auszeit aus Beruf- und Familienpflichten nehmen können, um einem gestrandeten Wal mit „Man-Power“ und kreativen Ideen zurück ins offene Meer zu helfen.
All diese Einsichten stimmen mich hoffnungsvoll. Gedämpft wird meine Euphorie allerdings durch die Tatsache, dass dieser immense Aufwand einem möglicherweise kranken und vielleicht bald sterbenden Wal gilt. Gleichzeitig war in den Medien dieser Tage zu hören, dass im Sudan drei Millionen von Kindern unterernährt sind. Daran sind wir in Deutschland (zumindest nicht direkt) schuld, aber man könnte bereits mit 100 Euro vielen Kindern helfen. Davon wird vielleicht einmal im Monat berichtet, vom gestrandeten Buckelwal fast täglich.
Das ist vielleicht auch ein bisschen die Not unserer Zeit: Man ist gerührt von einem Walfisch, dem man vermutlich nicht wirklich helfen kann. Und vor lauter Betroffenheit verliert man manchmal aus den Augen, was wirklich wichtig wäre …
Zurück zu unserer Gemeinde:
Die diesjährige Konfi-Zeit nähert sich ihren letzten Höhepunkten: Vom 14. bis 17. Mai findet unsere Konfi-Freizeit in der Jugendherberge in Lörrach statt. Wir möchten Sie bitten, diese Tage im Gebet zu begleiten. Nach den Pfingstferien geht es dann auf die Zielgerade: Am 21. Juni feiern wir die Konfirmation.
Beim Offenen Mittagstisch können wir im Mai und im Juni nur einen Termin pro Monat anbieten: Das liegt an den Ferien und an mehreren Feiertagen, die gerade auf einen Donnerstag fallen. Auch weiterhin ist der Offene Mittagstisch ein beliebtes Angebot. Und wir freuen uns, dass wir aktuell wieder mehrere neue Mitarbeiter im Team bekommen haben.
Die Termine der anderen Gemeindegruppen können Sie gerne der Terminübersicht entnehmen.
Auch im Mai werden unsere Gottesdienste ausgesprochen vielfältig gestaltet sein: Am 3. Mai wird der Kirchenchor den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Herrn Prof. Wolfgang Schäfer ist es gelungen, zahlreiche neue Sängerinnen und Sänger für diesen Projektchor zu gewinnen. Ein besonderes Dankeschön sagen wir Herrn Schäfer dafür, dass er diesen Dienst für „seine Heimatgemeinde“ völlig ehrenamtlich übernimmt!
Eine Woche später wird ganz andere Musik zu hören sein: Beim gemeinsamen Gottesdienst mit der Vineyardgemeinde werden wir vor allem Lobpreislieder singen, die von einer Band begleitet werden. Dieses Mal findet der Gottesdienst in den Räumen der Vineyardgemeinde statt. Reiner Müller wird die Predigt gemeinsam mit mir gestalten. Hinterher laden wir ein zur Begegnung beim Kirchenkaffee. Herzliche Einladung auch zu diesem Gottesdienst.
In ökumenischer Verbundenheit werden wir auch den Gottesdienst an Pfingstmontag feiern: gemeinsam mit der katholischen Gemeinde auf der Wiese bei der Pfarrkirche St. Trudpert in Münstertal. Dieser Gottesdienst an Pfingstmontag hat in den letzten Jahren viele Gäste angelockt. Pfarrer Maas wird dieses Mal den liturgischen Rahmen gestalten; in der Predigt werde ich eine Geschichte erzählen, in denen drei Männer den Weg zum Paradies suchen. Als sie es endlich gefunden haben, kehrt einer allerdings um - und wird dafür gelobt: Weshalb, das werden Sie im Gottesdienst erfahren.
Alle anderen Gottesdienste entnehmen Sie bitte der Übersicht. Auch von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unsere Prädikanten: Jeder und jede ist mit seinem/ ihrem Stil, Gottesdienst zu feiern, eine Bereicherung. Auch dem „Team Münstertal“ danken wir herzlich, die schon seit vielen Jahren einmal im Monat in der Friedenskirche einen Abendgottesdienst feiern.
Eine Übersicht über alle Gottesdienste und die Termine unserer Gemeindegruppen finden Sie hier.
Seien Sie herzlich gegrüßt
Theo Breisacher





